Tu, was sich richtig für dich anfühlt

Sich in einer Welt der Reizüberflutung zurecht zu finden erfordert Kraft. In einer Welt, in der dir unzählige Personen mit einem Wimpernschlag sagen können, was falsch an dir ist, erfordert es viel Selbstbewusstsein und Vertrauen, dir deiner selbst völlig gewahr zu sein und treu zu bleiben. Es erfordert Flexibilität und Ruhe, ganz zu dir selbst zu finden. Und es erfordert Mut, neue Wege zu gehen, Ja zu dir zu sagen und Deines umzusetzen. 

 

Dein Leben, dein Weg

 

Auch wenn es häufig anders suggeriert wird, wenn wir es gewohnt sind, die Bedürfnisse anderen zu befriedigen und das Eingehen auf die eigenen Bedürfnisse als Egoismus bewertet wird, so geht es bei allem in deinem Leben darum, wie es sich für dich anfühlt. Niemand sonst lebt dein Leben. Andere gehen deinen Weg mit dir, doch der Hauptdarsteller oder die Hauptdarstellerin bist tatsächlich du. Daher ist es nahe liegend, die eigenen Bedürfnisse, Ansichten und Gefühle an erste Stelle zu geben. 

 

Jeder Mensch wurde in einer Familie, eine Stadt, ein Land geboren. Jedes dieser Systeme hat seine eigenen Werte und mit diesen Werten wachsen wir auf. Als Kind sind wir dem System "ausgeliefert". Wir müssen uns anpassen, um dazuzugehören und um zu überleben. Ganz egal wie das System ist und wie es bewertet werden mag. Im Laufe des Lebens werden wir mit Systemen konfrontiert, die von unserem Familiensystem abweichen. Die Konfrontation kann Spannungen erzeugen, ermöglicht es uns aber auch, über den Tellerrand zu blicken und unser eigenes System neu zu bewerten. 

 

Es ist nicht alles gold was glänzt...

 

...und es muss nicht alles bleiben, wie es immer war. Wer die Abneigung und Abwertung des Unbekannten überwindet, hat die Möglichkeit, "das Andere" neutral zu betrachten und seine Vor- und Nachteile, welche jeder_r anders definiert, für sich selbst herauszufiltern. Du hast die Möglichkeit, Dinge des Neuen zu übernehmen, und Gewohntes, das sich dir nicht mehr als sinnvoll erweist, los zu lassen. Es ist keine Verleugnung des Eigenen, es kann sich so anfühlen. Es ist keine Abwertung dessen, was bisher war, solange ich dieses nicht als schlecht bewerte. 

 

Die Kunst, sich einzulassen

 

Ich bezeichne es tatsächlich als Kunst, wenn das was bisher war dankbar und anerkennend zurück gelassen und das Neue offen integriert werden kann. Denn ich weiß, wie kämpferisch es sich anfühlen kann. Wie sehr das eigene System gegen Veränderung zu rebellieren imstande ist und wie alleine und isoliert man sich fühlen kann, wenn man es anders macht. Doch wer auf sich hört, auf sein eigenes Empfinden achtet, der lässt sich gerne ein. Oft macht das Neue einfach Sinn, während das Alte ihn verliert. Falls es dir noch keiner gesagt hat: Das darf so sein. Es ist in Ordnung.

 

Ich bin seit der Matura viel gereist, habe in verschiedenen Ländern gelebt und diverse Kulturen kennen gelernt. In jedem Land und jeder Kultur konnte ich Gewohnheiten erkennen, die mir sehr gut gefallen haben und ich habe mir erlaubt, einige davon ganz oder in Teilen zu übernehmen, da sie mir sinnvoller erschienen, als das, was ich bisher gelernt oder getan hatte. Nur weil etwas erprobt ist, heißt das nicht, dass es nichts passenderes gibt. 

 

Der Reichtum des Lebens

 

Das Neue ist für viele beängstigend, ja sogar bedrohlich. Diese Angst erzeugt eine Abwehrhaltung und das Unbekannte wird in den Schatten gerückt. Wer so vorgeht, lässt sich den gesamten Reichtum, der im Unbekannten liegt, entgehen. Jedes System besteht aus so vielen Einzelheiten und Kleinigkeiten. In meinen Augen ist es sehr schade, Systeme nicht neutral zu betrachten und sich das, was einem gefällt, herauszupicken. 

Denn ich darf mich weiterentwickeln aus dem Bekannten und Erprobten und mein Leben reicher machen. Ich darf mehr sein und haben als das System, in das ich hineingeboren wurde. Ich darf die Dinge anders machen und trotzdem Teil sein - in diesem Fall Teil des Ganzen und nicht nur eines einzelnen Systems. 

Ich darf den gesamten Reichtum des Lebens, der Erde und allem, was auf ihr existiert, leben. 

 

Sei mutig

 

Darum: sei mutig. Traue dich, deine Komfort Zone zu verlassen. Auch wenn es an manchen Stellen weh tut, so zahlt es sich aus. Ich weiß, wie viel Mut es erfordert, dich selbst zu definieren und dich nicht definieren zu lassen. Es kann Widerstand erzeugen und Abwertung, doch letztendlich ist das, was zählt, deine eigene Meinung, deine eigene Stimme und dein Gefühl, das dir deutlich zeigt, was sich stimmig für dich anfühlt und was nicht.

 

Ich kann dich nur ermutigen, deinen Weg zu gehen und dir selbst die Flügel zu schenken, die dich immer höher fliegen lassen.